Wie finde ich einen seriösen Züchter?

Haben Sie Ihre Entscheidung einen Welpen anzuschaffen, gut überlegt? Können Sie dem Hund eine artgerechte Haltung über
mindestens 10 Jahre bieten?

Haben Sie genügend Zeit für Spaziergänge, Pflege, Erziehung etc.?

Dürfen Sie lt. Mietvertrag einen Hund halten?

Ist die Familie, bzw. das familiäre Umfeld mit der Anschaffung eines Hundes einverstanden?

Die Haltung eines Hundes verursacht erhebliche Kosten, die getragen werden müssen.

Haben Sie bedacht, dass z.B. Hundesteuer, Hundeversicherung, Futter, Tierarztkosten etc. anfallen?

Kaufen Sie niemals einen Hund aus Mitleid oder spontan!

Jeder "Mitleidskauf" schafft wieder Platz für den nächsten bedauernswerten Welpen und diese dubiosen "Züchter" verdienen weiterhin viel Geld damit. Der Kauf eines Welpen sollte gründlich überlegt sein, deshalb lassen Sie sich genügend Zeit für die
Auswahl eines seriösen Züchters und für den richtigen Welpen.

Vorsicht bei Zeitungsinseraten und Internetangeboten, wenn ein Züchter dort gleichzeitig verschiedene Hunderassen anbietet!

Besuchen Sie den Züchter mehrmals während der Aufzucht der Welpen. Werden Sie vom Züchter umfassend und ehrlich beraten und nimmt er sich Zeit für Sie?

Machen die Tiere, die Umgebung und die Zuchtanlage des zukünftigen Welpen einen guten und gepflegten Eindruck?

Wie viele Tiere werden gehalten?
Die Anzahl der gehaltenen Tieres sollte so begrenzt sein, dass der Züchter sich jedem einzelnen Tier noch individuell zuwenden kann.

Erkundigt sich der Züchter nach Ihren Lebensverhältnissen und den Haltungsbedingungen für den Welpen, oder interessiert er sich überhaupt nicht dafür, an wen er seinen Hund abgibt?

Ist der Welpe bei der Abgabe über acht Wochen alt, geimpft, entwurmt und eindeutig gekennzeichnet (Mikrochip oder Tätowierung)?

Hat der Züchter Sie über etwaige kleine Fehler oder evtl. Mängel des Welpen aufgeklärt?

Zeigt Ihnen der Züchter die entsprechenden Nachweise (z.B. Wurfabnahmeprotokoll, Zwingerbesichtigung durch den Zuchtwart, Impfausweis, Aufzuchtprotokoll und vor allem die Gesundheitsuntersuchungen der Zuchttiere)?

Ist der Welpe gesund, munter und lebhaft?

Können Sie die Welpen in ihrer ursprünglichen Umgebung mit dem Muttertier besuchen?

Sind die Welpen auf Menschen geprägt, d.h. kommen sie dem Besuch freudig entgegen und sind nicht scheu?

Ein seriöser Züchter behält nach Möglichkeit auch seine älteren Hündinnen, die nicht mehr in der Zucht stehen, weil er seine Hunde liebt und nicht als "Nur Zuchtprodukte" betrachtet.

Ein verantwortungsbewußter Züchter ist Mitglied in einem Hundezuchtclub: Dadurch untersteht er den Zuchtbedingungen des Vereins, des VDH und der FCI. Eine streng kontrollierte Zucht im Sinne des Tierschutzgesetzes und des Vereins sind somit gewährleistet.
Jeder Welpe erhält eine Ahnentafel. Sollte der Züchter Welpen "ohne Papiere" anbieten, hintergeht er den Bestimmungen seines Zuchtverbandes, der eine solche Vorgehensweise nicht erlaubt.

Der Züchter wünscht auch nach der Abgabe den Kontakt zum Welpenkäufer und steht Ihnen auch nach dem Kauf des Tieres immer mit Rat und Tat beiseite. Jeder Züchter, der seine Aufgabe ernst nimmt, hat ein großes Interesse zu erfahren, wie sich die Hunde aus seiner Zuchtstätte entwickeln und wie es ihnen geht.

Die Wünsche eines Züchters und welche Anforderungen er an die zukünftigen Welpenkäufer hat, möchte ich hier jedoch nicht unerwähnt lassen.

Das Fundament, das heißt, eine gute Zuchtplanung, die Pflege und Gesundheitsuntersuchungen der trächtigen Hündin, die
Geburt mit anschließender sorgfältiger Welpenaufzucht, hat der Züchter gesetzt. Dies erfordert viel Sachverstand, Liebe zu den Tieren und Zeit.
Außerdem akzeptiert der Züchter viele persönliche Einschränkungen, weil er Freude an der Haltung und Aufzucht von Hunden
hat und sich diese aus seinem Leben nicht mehr wegdenken kann.
Der Züchter erwarten daher zu Recht zuverlässige und verantwortungsvolle Käufer, die bereit sind, mit genauso viel Liebe und
Einsatzbereitschaft für das weitere Wohlergehen ihrer Welpen zu sorgen und das ein "Hundeleben" lang.
Lesen Sie dazu auch: "Wie konntest du nur ?"

© Doris Steger im Februar 2009
Quellennachweise/Literaturverzeichnis:

Dr. Helga Eichelberg: Hundezucht/Erfolgreich züchten auf Gesundheit, Leistung und Aussehen
(VDH-Merkblatt :"Sie suchen einen seriösen Züchter?")

Margret Bärtschi, Hansjoachim Spengler: Hunde sehen-züchten-erleben

"Wie konntest du nur?"
Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester Freund. Immer, wenn ich böse war, erhobst Du Deinen Zeigefinger und fragtest mich "Wie konntest Du nur?" – aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.

Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als erwartet, denn Du warst furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff. Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte schöner nicht sein. Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde", sagtest Du), und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr wartete.

Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen. Ich wartete geduldig auf Dich, tröstete Dich über Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungen und überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und als Du Dich verliebtest.

Sie, jetzt Deine Frau, ist kein "Hundemensch" – trotzdem hieß ich sie in unserem Heim willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr. Ich war glücklich weil Du glücklich warst.

Dann kamen die Menschenbabies, und ich teilte Deine Aufregung darüber. Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch und wollte sie genauso bemuttern. Nur, dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich könnte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in meiner Hütte. Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu einem "Gefangenen der Liebe".

Als sie aber größer waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem Fell fest, zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger in meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase. Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden. Und ich hätte sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es nötig gewesen wäre. Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und gemeinsam warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt.

Es gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die Frage, ob Du einen Hund hättest, ein Foto von mir aus der Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich. In den letzten Jahren hast Du nur noch mit "Ja" geantwortet und das Thema gewechselt. Ich hatte mich von "Deinem Hund" in "nur einen Hund" verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir ein Dorn im Auge.

Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt und Du und sie werdet in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du hast die richtige Wahl für "Deine" Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine einzige Familie.

Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest die Formulare aus und sagtest "Ich weiß, Sie werden ein gutes Zuhause für sie finden". Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu. Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze in "mittleren" Jahren erwartet, auch mit "Stammbaum".

Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen, als er schrie "Nein, Papa! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!" Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben.

Zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden und höflich auf das Halsband und die Leine verzichtet. Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.

Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden. Sie schüttelten den Kopf und fragten "Wie konntest Du nur?". Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natürlich werden wir gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren.

Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig kam, in der Hoffnung, das seiest Du – dass Du Deine Meinung geändert hättest – dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei …oder ich hoffte, dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten könnte. Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber ihrem eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.

Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum. Ein angenehm ruhiger Raum. Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung. Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl der Erleichterung. Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen.

Meiner Natur gemäss war ich aber eher um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte. Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine Träne über ihre Wange floss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten, genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte.

Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein. Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte "Wie konntest Du nur?".

Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb "Es tut mir ja so Leid". Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich bald in einem besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf mich allein gestellt wäre – einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische Ort.

Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit einem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein "Wie konntest Du nur?" nicht ihr gegolten hatte. Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten.

Möge Dir ein jeder in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen.

© Jim Willis 2001

Übersetzt aus dem Amerikanischen von Elvira Rösch & Nicole Valentin-Willis

"Auch wir möchten Sie dazu ermutigen, "Wie konntest Du nur?" zu veröffentlichen und so mitzuhelfen, die verbreitete Vorstellung von Tieren als "entsorgbar" zu ändern und vor Augen zu halten, dass der Entschluss, ein Tier in eine Familie aufzunehmen, eine Verpflichtung bedeutet, welche für die Lebensdauer des Tieres anhält!"

 

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