Ernährung

 

Die Ernährung ist das A und O für die Gesundheit unserer Hunde.

Grobe Ernährungsfehler, wie das alleinige und einseitige "FFF" =Fertig-Futter-Füttern zeigen sich oft erst nach einigen Generationen, deshalb hier meine Empfehlung zu einer etwas "artgerechteren Fütterung" unserer Schützlinge.

Was heißt eigentlich "B.A.R.F."?

Die einfachste deutsche Übersetzung lautet wohl xbiologisch artgerechte Rohfütterung".

Wie stelle ich um auf B.A.R.F.?

Grundsätzlich ist die Meinung der meisten BARF-Fütterer :GANZ ODER GAR NICHT!

Ich bin nicht ganz dieser Meinung, denn manchmal ist es eben nicht möglich den Hund BARF zu ernähren z.B. Urlaub, Ausstellungsbesuche etc.

So habe ich meine erwachsenen Hunde bei zweimaliger Fütterung täglich an wenig Trockenfutter früh und das Hauptfutter/ "Frischfutter" am Nachmittag gewöhnt.

Die Welpenaufzucht gestalte ich bei täglich viermaliger Fütterung mit 3x frischem Futter und 1x Welpentrockenfutter. Unter frischem Futter verstehe ich nicht nur rohes Fleisch, sondern auch Ziegenmilch, Eier, Quark, Hüttenkäse, Obst, Gemüse, etc.

Ist der Hund älter oder kränkelnd, sollte das Futter aus leicht verdaulichen Lebensmitteln bestehen. Praktisch heißt das, bevorzugt weiche Knochen (Hühnerflügel, Hühnerhälse, Kalbsschwanz etc.) und fettärmeres Fleisch geben, auch keine blähenden Gemüsesorten verfüttern.

Wie kann ich nun ein ausgewogenes Futter zubereiten und was bedeutet eigentlich ausgewogen?

Zunächst möchte ich auf die zweite Frage eingehen. Ich selbst habe eine Familie, für die ich schon viele Jahre lang koche.

Das heißt ich koche abwechslungsreich und vitaminreich. Trotzdem gibt es ab und zu auch Gerichte wie Pizza, Cheeseburger, Hamburger, natürlich schmecken auch Paprikachips, Schokolade und andere Knabbereien, die nicht unbedingt als gesund gelten. Aber da wir die genannten Speisen nicht ausschließlich und immer essen, entstehen keine Defizite.

Was ich damit sagen möchte und um auf den Hund zurückzukommen heißt dies, eine ausgewogene Ernährung mit allen Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen benötigt Ihr Hund nicht täglich, sondern in einem Zeitraum von mehreren Wochen
oder Monate.

Lassen Sie sich also nicht einreden, dass alle Vitamine komplett und täglich in einer Mahlzeit zugeführt werden müssen!

Je nach Jagderfolg hat ein Wolf in freier Wildbahn auch nicht täglich eine ausgewogene Mahlzeit.

So wie ich eben für meine Familie koche, sollte es für den Hund auch abwechlungsreich sein. So gleichen sich Mängel oder Überangebot einer einzelnen Mahlzeit immer aus.

So können wir zwischen verschiedenen Fleischquellen wählen wie Rind, Kalb, davon auch Herz und Leber, Geflügel, Wild, Pferd, Lamm, Schaf, Ziege, Fisch, Kaninchen.

Apropos Kaninchen, dies könnte man unseren Hunden, so makaber es klingt, auch komplett füttern. So wie mein ehemaliger
Dozent und Biologe Dr. Udo Gansloser sagte: "Dies wäre artgerechte Fütterung mit gleichzeitigem tollen Kauvergnügen".

NIE rohes Schweinefleisch füttern (kann Aujeszky Virus übertragen, führt bei Ansteckung beim Hund immer zum Tod)!

Innereien wie Leber und Nieren nicht zu oft verfüttern, Pansen ebenfalls nicht!

Vormägen des Rindes wie Blättermagen, Pansen und Psalter sind zwar sehr eiweißreich und enthalten wasserlösliche
Vitamine, allerdings im Vergleich zu Muskelfleisch hat Pansen einen hohen Bindegewebsanteil. Bindegewebige Produkte
führen zu einer vermehrten mikrobiellen Besiedelung im Dickdarm und es kann dadurch zu Durchfall und Blähungen kommen. Hunde, die chron. Durchfall sowie Leber-oder Nierenerkrankungen haben, sollten überhaupt keine Vormägen gefüttert bekommen.
Wenn Ihr Hund zu Übergewicht neigt, Vorsicht auch vor getrockneten Pansensticks- sie sind echte Kalorienbomben!
Fleischige rohe Knochen gebe ich meinen Hunden 1-2 x in der Woche. Dazu gehören:Rinderknochen, Kalbsbrustknochen, Rindermarkknochen
(das Mark und Fleisch wird gefressen, der Knochen ist zu hart, ist aber ein schönes Spielzeug zum Knabbern. Ochsenschwanz, Kalbsschwanz (bekommen schon meine 8 Wochen alten Welpen und mein Senior), Geflügel wie Hühnerhälse, Putenhälse.

Je jünger das Schlachttier, desto besser.

Bitte diese Fleischknochen nur roh füttern!
So ist alles voll verdaulich und auch weich genug zum Verfüttern (außer die genannten Markknochen).

Wenn Ihr Hund keine Knochen verträgt, können Sie den Calciumbedarf auch über Zusätze wie Knochenmehl decken.
Vorsicht: Nicht überdosieren!

NIEMALS GEKOCHTE Knochen füttern!

Gekochte Knochen sind spröde und splittern leicht.

Dies kann zu schweren Darmverletzungen bis hin zu tödlichem Darmverschluß führen. Im besten Fall noch zu einer massiven Obstipation, das heißt der Hund hat tagelang Verstopfung und müht sich sehr und unter Schmerzen, um überhaupt knollenharten weiß-grauen Kot abzusetzen.

Beim Gemüse gibt es ebenso eine reiche Auswahl. So wie ich es bei meiner Familie handhabe, kaufe ich das Gemüse möglichst regional und saisonal ein. Dies birgt doch eine gewisse Garantie, dass es frischer ist, weil eben nicht tagelang um die halbe Erde gereist, nicht durch Pestizide entsprechend konserviert und außerdem nicht unreif geerntet wurde.

Das frische Gemüse sollte nicht zu lange lagern, da dann ebenfalls die Vitamine verloren gehen. Also entweder nur für den
jeweiligen Tagesbedarf kaufen oder gleich eine größere Menge. Diese kann dann portionsweise eingefroren werden. Wenn es mal schnell gehen muss, spricht auch nichts dagegen gleich tiefgekühltes Gemüse für unsere Hund zu kaufen. Dieses wird sofort nach der Ernte tiefgefroren und ist die gesündere Alternative zu Gemüse, das oft lange in den Regalen der Geschäfte lagert, unansehnlich und schrumpelig wird. Hochwertig und vitaminreich kann dieses Gemüse dann auch nicht mehr sein.

Ich schreibe hier von biologisch artgerechter Rohfütterung, also müsste man meinen jedes Gemüse kann auch roh verfüttert werden. Nur gibt es hier auch Ausnahmen:

Mangold, Spinat und Bohnen bitte blanchieren oder kochen!

Kartoffeln ebenfalls immer gekocht füttern.

Fenchel, rote Bete, Sellerie, Chinakohl, Brokkoli, Gurke(ohne Schale), Zucchini, Karotten, Kürbis, Rucola kann man roh verfüttern, allerdings fein im Mixer zerkleinert und püriert.

Kohlsorten wie Wirsing, Rotkohl, Weißkohl, Blumenkohl, Grünkohl sind sehr gesund, können aber bei empfindlichen Hunden auch Blähungen verursachen. Daher lieber nur kleine Mengen und nur ab und an verfüttern.

Aber immer gilt alles fein zerkleinert und püriert verfüttern!

Warum Obst und Gemüse püriert verfüttern?

Ich habe die Beobachtung gemacht, wenn ich in der Welpenaufzucht den Kleinen ganze Karotten zum Kauen und Knabbern gebe, werde diese abgebissenen Stückchen unverdaut wieder ausgeschieden. Der Hund hat also nicht die Möglichkeit die rohe pflanzliche Nahrung in gröberer Form zu verwerten.

Durch die mechanische Zerkleinerung des Mixers oder Pürierstabs oder durch das Kochen, wird das Gemüse für den Organismus des Hundes besser verdaulich gemacht.

Soll man das Gemüse kochen?

In mancher Literatur wird nur gekochtes Gemüse empfohlen.
Meine Erfahrung bestätigt dies. Außer Karotten, koche ich sämtliches Gemüse. Um dann auch die Vitamine zu erhalten, wird das Gemüse ganz kurz im Dampfdrucktopf oder mit wenig Wasser im AMC-Topf gekocht. Das Kochwasser wird nicht weggeschüttet, sondern mit dem Gemüse zusammen püriert und ist dann ein fütterbarer Brei. Dem füge ich dann ein gutes kaltgepresstes Öl dazu, um die fettlöslichen Vitamine im Gemüse für den Organismus des Hundes verwertbar zu machen.

Wenn ein Hund Durchfall hat, werden auch die Karotten gekocht (siehe Rezept Morosche Karottensuppe)

Welches Obst kann verfüttert werden?

Ich habe gute Erfahrungen mit Bananen, Äpfel, Aprikosen, Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren in der Hundeernährung gemacht.
Das sind Obstsorten, die es alle saisonal und in unserer Region gibt, außer die Bananen und Aprikosen. Sie finden bestimmt in anderer Literatur noch andere Obstsorten aufgeführt.

Es bleibt auch jedem selbst überlassen, was er füttert. Dies sind meine Erfahrungen, bzw.meine Beobachtungen. Denn wenn meine Hunde beim Blaubeer,- Himbeer oder Brombeerpflücken mit mir im Wald diese Beeren auch freiwillig zu sich nehmen, kann dies nur gut sein. Nicht falsch verstehen- Hunde nehmen wohl manchmal aus lauter Gier auch unverdauliches zu sich, was ihnen nicht so gut bekommt, vor allem Welpen. Aber manchmal wissen die Tiere schon, welches Kräuterlein oder Früchtchen ihnen gut tut.

Zusammen mit den richtigen Milchprodukten, die ich ebenfalls noch aufführen möchte, ergibt dies einen schmackhaften und
gesunden Obstbrei, der eine gesunde Abwechslung zur Fleisch-Gemüsemahlzeit bietet.

Wichtig: Nur reifes Obst verfüttern und ebenfalls pürieren!

Milchprodukte:

Ziegenmilch, Ziegenjoghurt, Buttermilch, körniger Frischkäse (Hüttenkäse), Quark und Joghurt sind hervorragende Milchprodukte, die ich nicht nur bei der Welpenaufzucht verwende, sondern eben mit den obengenannten Obstsorten kombiniert auch an die erwachsenen Hunde verfüttere.

Obstbreivariationen:

z.B. Apfel-Banane-Quark-etwas Leinöl
Diese und die anderen Obstsorten kombiniere ich aber auch mit der Buttermilch oder dem Joghurt.

Die Ziegenmilch gibt es für meine trächtigen und säugenden Hündinnen, ebenso für die Welpen kombiniert mit dem Hüttenkäse.

Mit der Getreidefütterung bin ich etwas verhalten.
Da kommen bei mir nur eine gekaufte Reismix-Gemüseflockenmischung, schon vorgegart und bei Durchfallerkrankung gekochter Reis oder Haferflocken in den Napf.

Allerdings, wie anfangs unter dem Thema "Ausgewogenheit" erwähnt, werde ich Nudeln, Reis oder Pellkartoffeln, die von unserer gekochten Familien-Mahlzeit  übrig bleiben, nicht in den Mülleimer werfen, sondern an meine Hunde verfüttern.

Zur Beachtung: Wenn Sie unbedingt Getreide verfüttern möchten, dann nur gekocht, da die nicht aufgeschlossene Stärke des Getreides sonst Durchfall auslösen kann!

Nun zu einigen wichtigen und allseits guten Zusätzen in der Hundeernährung.

Öle und Fette: gesunder Zusatz, auch um fettlösliche Vitamine aus der Nahrung für den Organismus verfügbar zu machen.
Ebenfalls gut für den Hautstoffwechsel.

Nachtkerzenöl, Rapsöl, Leinöl, Lachsöl, Leindotteröl (welches ich bevorzuge, da ich es selbst in der kalten Küche nicht mehr missen möchte-sehr lecker und gesund).
Wichtig: Beim Einkauf auf kaltgepresste, nicht raffinierte Öle achten! Lichtgeschützt und nicht länger im angebrochenen Zustand als 3 Monate aufbewahren !

Acerola Pulver:
Natürliches Vitamin C- haltiges Nahrungsergänzungsmittel. Positive Wirkung auf Knochen und Stoffwechsel, regt den Leberstoffwechsel an

Bierhefetabletten oder Bierhefeflocken, reich an B-Vitaminen.Gut für den Haut-und Haarstoffwechsel und das Nervensystem

Seealgenmehl: Naturprodukt mit natürlichen Mineralstoffen, Vitaminen und Aminosäuren. Unterstützt die Verdauung und sorgt für optimale Futterverwertung. Der Jodanteil optimiert die Schilddrüsenfunktion.

Honig: viele Aminosäuren

Blütenpollen: Für mehr Vitalität und Wohlbefinden. Kurmäßig 1-2 x im Jahr anzuwenden.

Wer noch nichts zum Thema "BARF" gehört oder gelesen hat, hoffe ich mit meinem Artikel einen kleinen Einblick in dies doch wichtige Thema gegeben zu haben.

Denn eine gesunde Ernährung ist nicht nur für uns Menschen ein Garant für Gesundheit und Wohlbefinden, sondern für alle uns anvertrauten Tiere. Ein gutes Immunsystem hängt von einem gesunden Darm ab und die gesunde Ernährung führt maßgeblich zu diesem.

Von unserem eigenen Verhalten gegenüber den uns anvertrauten Tieren hängt deren Gesundheit ab und was für uns selbst
wichtig ist, sollte doch auch für unsere Vierbeiner gelten. Deutlich gesagt, wenn ich mich und meine Familie nicht ausschließlich mit Konservenkost und Fertiggerichten/Fastfood ernähren möchte, sollte dies doch auch für meine Vierbeiner gelten.

© Doris Steger (Januar 2009)
überarbeitet Januar 2010
Literatur: Ernährungsberatung in der Kleintierpraxis / Dr. med.vet. N. Dillitzer

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